1. Preis Einzelfotos, Porträts, Nominiert, World Press Photo of the Year

23 April 2020

Oleg Ponomarev, Russland

Die Transition: Ignat

Ignat, ein Transgender-Mann, sitzt am 23. April bei seiner Freundin Maria in Sankt Petersburg, Russland.

Ignat wurde während seiner gesamten Schulzeit gemobbt und von der Schulpsychologin konfrontiert, nachdem Gerüchte aufkamen, dass er von sich selbst im männlichen Geschlecht sprach. Ignat öffnete sich dem Psychologen über seine Geschlechtsidentität – der erste Fremde, dem er alles erzählte –, bat aber darum, es geheim zu halten. Die ganze Schule fand es heraus, und die Beleidigungen und Demütigungen wurden dauerhaft. Viele LGBTQ+ Menschen in Russland halten sich aufgrund der Stigmatisierung gegen nicht-traditionelle Sexualität bedeckt. Eine Änderung der russischen Verfassung, die im Juli 2020 vorgenommen wurde, legt fest, dass die Ehe eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau ist, wobei keine anderen Optionen möglich sind. Obwohl ein Versuch unternommen wurde, eine weitere Änderung vorzunehmen, die verhindert, dass Transgender-Personen ihren Status auf juristischen Dokumenten ändern können, wurde sie nicht verabschiedet. Transgender-Menschen können heiraten, aber der Weg dorthin ist schwierig. Auch beim Zugang zu ihren wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten stehen Transgender-Menschen vor ganz besonderen Herausforderungen, da ihr Geschlecht rechtlich nicht anerkannt ist.

The first impressions I had when I saw this photograph were of dignity and love. Ignat, the transgender man in the picture, passed through a living hell throughout his school years, being the victim of insults and humiliation. His has been a struggle for a basic right: the right to exist. Despite everything, Ignat preserved dignity and love. But at the same time he is not sure what to expect from people, and there is a look in the eyes that says: 'Can I trust you? Will you hurt me?'

Andrei Polikanov, General Jury member

Video-Interview mit der Jury