3. Preis Geschichten, Porträts

22 Oktober 2020

Natalia Kepesz, Polen

Blindgänger

Militärische Sommerlager für Jugendliche gibt es in Polen seit den 1920er-Jahren. Die jungen Teilnehmer durchlaufen Ausbildungslager, werden körperlich und geistig gefordert und erhalten Unterricht – oft auf ehemaligen Truppenübungsplätzen – in Fertigkeiten wie Taktik, Überleben, Selbstverteidigung und Topografie. Sie werden auch im Schießen unterrichtet, mit Luftgewehren und manchmal auch mit nachgebauten Waffen wie Maschinengewehren und Granatwerfern. Die Camps werden als Gelegenheit für Abenteuer und Erholung beworben sowie als charakterbildend und teamfördernd. Die Organisatoren behaupten, dass die Teilnahme an Spielen mit nachgebauten Waffen die Kinder davon abhält, nach echten Waffen zu suchen. Andererseits gibt es Kritik, die darauf hinweist, dass die Popularität der Camps auf den Anstieg des Nationalismus in Polen zurückzuführen ist, insbesondere seit der Machtübernahme der rechtspopulistischen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS). Patriotismus und Nationalismus spielen in der Schulbildung eine große Rolle.

Audiokommentar

Ethische Dilemmas
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