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18 April 2020

Joshua Irwandi, Indonesien

Die humanitären Schäden von COVID-19

Die Leiche eines mutmaßlichen Coronavirus-Opfers, eingewickelt in gelbes Infektionsabfall-Plastik, liegt am 18. April in einem Krankenhaus in Indonesien und wartet auf einen Leichensack.

Die Krankenschwestern wickelten die Plastikfolie um den Körper und besprühten ihn mit Desinfektionsmittel, in Übereinstimmung mit den Protokollen der indonesischen Regierung, die auch vorschrieb, dass COVID-19-Opfer schnell beerdigt werden müssen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Dies bedeutete, dass trauernde Angehörige den Bestattungs-praktiken nicht folgen konnten. Die Weltgesundheitsorganisation riet von der Verwendung von Desinfektionsmitteln ab und empfahl, die Leichen in Tücher zu wickeln. Auf der ganzen Welt wurde die COVID-19-Problematik durch Fehlinformationen und unzureichende Berichterstattung verschlimmert. Für viele führte der fehlende Zugang zu sachlichen Beweisen und genauen, wissenschaftlich fundierten Nachrichten über die Krankheit zu Verwirrung, Angst und Verleugnung. Als dieses Bild veröffentlicht wurde, löste es Leugnung und starke Reaktionen in den sozialen Medien aus. Viele, die es sahen, erklärten, es sei ein abgekartetes Spiel, um Angst zu verbreiten. Bis zum Ende des Jahres wurden in Indonesien rund 743.000 Fälle von COVID-19 und mehr als 22.000 Todesfälle gemeldet.