1. Preis Geschichten, Porträts

21 April 2020

Gabriele Galimberti, Italien

für National Geographic

Die ‚Ameriguns’

Laut dem Small Arms Survey – einem unabhängigen globalen Forschungsprojekt mit Sitz in Genf, Schweiz – befindet sich die Hälfte aller Schusswaffen, die Privatpersonen weltweit für nicht-militärische Zwecke besitzen, in den USA. Die Umfrage besagt, dass die Anzahl der Schusswaffen die Bevölkerung des Landes übersteigt: 393 Millionen Schusswaffen auf 328 Millionen Menschen. Der Waffenbesitz wird durch den zweiten Zusatzartikel der US-Verfassung garantiert, der aus dem Jahr 1791 stammt und seit Langem ein kontroverses Thema im amerikanischen rechtlichen, politischen und gesellschaftlichen Diskurs ist. Diejenigen, die für die Aufhebung des Zweiten Verfassungszusatzes oder die Einführung strengerer Waffenkontrollen plädieren, sagen, dass der Zweite Verfassungszusatz für Milizen gedacht war, dass eine stärkere Regulierung die Waffengewalt reduzieren wird und dass eine Mehrheit der Amerikaner, einschließlich der Waffenbesitzer, neue Einschränkungen unterstützt. Die Befürworter des Zweiten Verfassungszusatzes behaupten, dass er das Recht des Einzelnen auf Waffenbesitz schützt, dass Waffen zur Selbstverteidigung gegen Bedrohungen benötigt werden, die von lokalen Kriminellen bis hin zu ausländischen Invasoren reichen, und dass Waffenbesitz Verbrechen eher abhält als mehr Verbrechen verursacht. In den USA gab es mehr Massenerschießungen als in jedem anderen Land der Welt. Laut dem unabhängigen Gun Violence Archive (GVA) gab es allein im Jahr 2020 633 Massenerschießungen.

Audiokommentar

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